Der Spam, der keiner war

Guck ma, ich weiß mein WordPress Passwort noch!

Unter vielen Freunden bin ich bekannt als jemand, der viel Spam bekommt. Dabei habe ich mir das gar nicht ausgesucht! Aber nach meinem Fauxpas vor drei Jahren war die Adresse, die ich heute immer noch benutze, nun mal infiziert. Dazu kommt, was ich nebenbei gesagt extrem unverschämt finde, dass auch meine quasi-öffentliche Support-Adresse für allerlei Open-Source-iges inzwischen betroffen ist.

Ich sehe das Ganze ziemlich gelassen und sammel die sogar, unter dem Vorwand, dass ich die besten Betreffszeilen irgendwann mal hier verbloggen will. Das ist schon fast Routine, Thunderbird markiert den Spam, ich sortier ihn ein. Ich will das nicht automatisch machen lassen aus Sorge, dass ich etwas wichtiges übersehen könnte.

Gut, dass ich den Spam heute nicht übersehen habe. Ich bekomme also eine merkwürdige Mail auf die besagte Open Source Adresse. Jemand bittet mich um Support für ein Programm, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Das Deutsch war zu gut für eine dieser schlecht übersetzten Spam-Mails aus Lampukistan, selbst der Source war komplett unauffällig – die Mail war „menschlich“. Das Programm, das der Autor erwähnte, gab es allerdings gar nicht…

Ohne lange zu überlegen bat ich also höflich um mehr Information. Und tatsächlich, ich bekam eine Antwort! Diese war allerdings noch verwirrender: Man gehe in die Einstellungen auf dem iPad, dann auf besagtes Programm und unten in der Liste stünde „ich“ als Support-Adresse.

Wieso werde ich in einer wildfremden iOS-App als Support aufgelistet?! Jetzt wollte ich wirklich mehr über die App wissen und fing diesmal an, den App Store zu durchsuchen (die originale Mail hatte iOS gar nicht erwähnt). Wieder nichts. Mit verschiedenen Suchbegriffen klapperte ich das Netz ab bis ich irgendwann auf ein Forum stieß, durch das sich schließlich feststellen ließ, dass der App-Name falsch geschrieben war – die App war in Wirklichkeit Filterstorm Neue.

Beim Lesen der App-Beschreibung fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Na, errät’s einer? Unter „Andere Features“ steht dort aufgelistet: „Export über FTP“.

Und hier ist der Screenshot, der mich zum Supporter von Filterstorm macht:

image1Meine verdammten Kontaktinformationen stehen in der Lizenz für FTPManager. Lizenztechnisch ist es nicht notwendig, diese tatsächlich in ein Programm einzubauen (lediglich der Copyright-Hinweis und die folgenden zwei Absätze sind erforderlich), aber klar, ich hätte sie auch mitgenommen, better safe than sorry. Was ich mir damals dabei gedacht habe, ist mir schleierhaft.

Unglücklich ist hierbei, dass FTPManager als letzte Komponente aufgeführt wird und ich zwischen Lizenz und Kontaktinfos auch noch zwei Leerzeilen stehen habe. Somit ist es letztendlich wie immer – alle Beteiligten haben sich komplett korrekt und nachvollziehbar verhalten, ich habe wieder aus eigener Dummheit lernen können.

Vielen Dank an Herrn S. für das kleine aber sehr amüsante Rätsel. Ich habe eine Paid-App gefunden, die meinen Source Code verwendet, was auch mal nett ist. Und ja, natürlich habe ich sie gekauft und ausprobiert, der FTP-Upload funktioniert einwandfrei. Fazit:

Spam, der keiner war, hat mich letztendlich zum Kauf einer 3,49€-App verleitet.

Statistiken

Jetzt wo Ferien Countdown schon eine Zeit lang eingestampft ist und zu Beginn der Sommerferien die alte Version 2.0 ausläuft (2.1 läuft wie versprochen mindestens bis Sommer 2014), bleibt mir eigentlich nur noch, die bisherigen Serverstatistiken auszuwerten und in nette Diagramme zu verwandeln. In 2.1 habe ich den Update-Mechanismus grundlegend geändert (das ist auch der Grund warum die älteren Versionen die neuen Datenbanken nicht mehr bekommen) und zu diesem Anlass gleich serverseitig ein kleines Statistikmodul geschrieben, welches ganz anonym die Update-Anfragen zählt.

Gestern habe ich mir dann in C ein Auswertungs-Programm gebaut. Ganz nebenbei: Ich habe übrigens ein neues Git-Repo, in das ich ab und zu kleinere C-Tools hochlade die ich ganz nützlich finde.

Zurück zu den Statistiken:

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Eigentlich uninteressant, denn bis auf meine „Belastungstests“ am Anfang, den Release der 2.1 und einigen kleinen oder größeren Serverpannen erkennt man eigentlich nix. Ich dachte, dass zumindest kurz vor den jeweiligen Ferien ein kleiner Peak zu sehen sein würde, aber ich bin halt auch kein Marktforscher. Interessanter finde ich da schon das:

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Man erkennt hier einen schönen Trend in Richtung 21 Uhr, außerdem kleinere Peaks um 6-7 Uhr (also vor der Schule) und um 10 Uhr herum (1. große Pause). Man könnte sogar eine ungenaue Durchschnittszeit ermitteln, zu der der durchschnittliche Ferien Countdown User schlafen geht 😉

Ich hab’s mir nicht nehmen lassen, auch die Device Family aufzuzeichnen. Welches iOS-Gerät benutzt der Otto-Normalferiencountdownverbraucher also?

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Dass gerade mal 1/4 Ferien Countdown auf einem iPod Touch benutzt haben, überrascht mich etwas. Ansonsten wird man als Schüler (der nicht so nerdig ist wie ich) wohl eher kein iPad besitzen, und dass die iPhone-Besitzer dominieren war auch klar.

Nochmal als Disclaimer, diese Daten sind aus den Logs des Update-Servers generiert und mehr hab ich auch nicht, weder eure Namen, noch Kontakte, noch Standort, nicht mal eure Softwareversion. Ich bin nicht Facebook. Jede Webseite die ihr besucht zeichnet wesentlich mehr auf als das.

Warum Ferien Countdown weg ist

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Ferien Countdown, die kleine App wegen welcher ich schon so manche unterhaltsame E-Mail erhalten habe, in der ich gebeten werde, einen der 150 Einträge in der Ferien-Datenbank zu korrigieren, ohne dass man mir mitteilt um welches Datum es überhaupt geht, ist seit gestern nicht mehr im App Store erhältlich.

Nur zur Klarstellung. Es gibt keine technischen Probleme und ich hab auch nicht „der Konkurrenz nachgegeben“. Ich kann mich nur leider nicht mehr weiter um die App kümmern, da ich mich auf neue Projekte konzentrieren möchte.

Ferien Countdown bleibt weiterhin auf euren Geräten und kann auch weiterhin benutzt werden. Die Datenbank enthält alle Termine bis 2014 und je nachdem, wie viele Leute die App dann noch benutzen, werde ich eventuell auch noch ein Update mit Daten bis 2016 nachlegen.

Allerdings wird es keine App-Updates mehr geben und wenn ihr die App löscht, könnt ihr sie nicht erneut laden. Warum ich sie nicht einfach im App Store lasse? Nun ja, ich bin inzwischen volljährig und muss deshalb einen neuen Entwickler-Account erstellen – und der Transfer der App zum neuen Account ist zu umständlich.

Jedenfalls vielen Dank an alle, die Ferien Countdown benutzt haben und auch weiterhin benutzen. Ich konnte durch die Entwicklung viel Neues lernen und bin jetzt bereit, mich an „richtige“ Apps zu wagen.

Das neueste Ding in Social Integration

Noch mal kurz vor der Keynote. Ich habe es geschafft, einen Screenshot aus dem neuen iOS 6 zu leaken. Man darf mit Recht behaupten – das Betriebssystem ist nun fest mit dem Social Media verankert.

So, jetzt aber genug herumgealbert. Viel Spaß bei der Keynote und viel Erfolg beim freiwilligen Verbuggungsritual an alle Apple Developer. Ich bin dabei!